Tipps für den korrekten öffentlichen Auftritt

Sind Äusserlichkeiten unwichtig?


Auffallend in unserer von Bildern geprägten Zeit sind "modische Auftritte" vieler Medienschaf-fenden am Bildschirm - vor allem was ihr Outfit oder die Frisur betrifft. Sind diese Leute nicht einem möglichst "korrekten öffentlichen Auftritt" verpflichtet oder ist ihre Selbstdarstellung nach Lust und Laune sowie ihrem eigenen Gusto und demjenigen ihrer mehr oder weniger kom-petenten Style-Berater tolerierbar?

Hat nicht auch der Politiker dessen Allgemeinwohl der Öffentlichkeit gelten muss eine Verpflichtung gegenüber seinen Wählern zu einem möglichst "korrekten öffentlichen Auftritt"? Oder wird Politik von vielen Politikerinnen und Politikern durch ihren bescheidenen Auftritt auf Freizeitbeschäftigung degradiert?

Und verhält es sich bei unseren täglichen Geschäftskontakten den Kunden gegenüber nicht genaugleich?

Ist es heutzutage wirklich absolut gleichgültig wie ein "persönlicher Auftritt" aussieht, obwohl eine Tätigkeit den Kontakt und die Abhängigkeit von Mitmenschen bedingt?

Was ist zu tun, um sowohl innere als auch äusserliche Werte zu optimieren - seine Authentizität und Glaubwürdigkeit zu finden?

Auch wenn es viele nicht zugeben werden - jeder Mensch möchte eigentlich "gefallen", möchte "Klasse haben". Die Tipps dafür habe auf der Basis langjähriger Erfahrung, Tradition und Funktionalität - ausschliesslich erfolgsorientiert und tausendmal erprobt - erarbeitet. Nachfolgend eine nützliche kleine Zusammenstellung, verkürzte Auszüge aus meinen ausführlichen Dossiers mit denen ich jeweils meinen Schulungen begleite.



Damen


Die Bekleidung mit Klasse besteht in der Regel aus nicht mehr als zwei Farben, die miteinander korrespondieren. Zu Buntes und Grossgemustertes birgt das Risiko von der eigenen Person abzulenken.

Keine weiblichen Attribute herausstellen im Businessauftritt - Miniröcke deren Saum beim Sitzen ständig heraufgezogen werden müssen und „zu tiefe Einblicke“ sowie zu Enges sind unprofessionell und haben im „öffentlichen Auftritt“ oder im „Businessauftritt" nichts zu suchen!

Strümpfe - auch im Sommer!
Das Kostüm ist der beste Dress für eine Lady. Es entspricht dem Anzug bei den Herren. Die Farben sind dezent - Dunkelblau, Anthrazit, Schwarz, Grau. Im Sommer sind auch Ecru, Hellblau und Beige gut. Vor allem beim ersten Kontakt diese Form wahren.

Nie Chemiseblusenkragen über die Damen-anzugsjacke stülpen (Bild unten). Das sieht unprofessionell und überhaupt nicht „rassig“ aus – wie viele Damen meinen! Zudem lenkt ein Kragen über einem Kragen vom Gesicht der Trägerin ab. Ein Chemisehemd trägt eine Dame anstelle des Hemdes des Mannes und sollte auch so getragen werden – also funktional! Oder versuchen Sie es in der Praxis doch selbst - ziehen sie die Jacke aus und wieder an; nicht gerade funktional! Diese „Mode“ hat sich wie vieles anderes Unsinniges aus den USA nach Europa eingeschlichen. Übrigens: Kragenlose Tops sind empfehlenswert (Bild Angela Merkel - wie immer mit hervorragendem Auftritt).

Kein übertriebener Look - weder Frisur noch Make Up sollten herausstechen, also auch keine künstlich zerzausten Frisuren, funktional sollte der Auftritt sein! Beim Make Up sind Naturfarben zu empfehlen. Überhaupt sind im Businessauftritt Natürlichkeit und Gepflegtheit Trumpf.

Auf keinen Fall Attribute wie Piercings oder sichtbare Tattoos. Das sind in unserem Kulturkreis unsinnige Modeerscheinungen und weisen zudem auf ein unselb-ständiges Denken der Trägerin hin. Keine ärmellosen Oberteile – ohnehin nicht ohne Jacke! Keine groben Schnürschuhe mit Gummisohlen, keine Sport- oder Turnschuhe - mittelhohe geschlossene Pumps in Leder sind am besten.

Im Business-Auftritt sollte nur echter, diskreter Schmuck getragen werden. Perlen sind ideal.

Wer Raucherin ist sollte darauf achten dass der Atem frisch ist. Tipp: Halten Sie immer etwas Distanz von Ihrem Gegenüber.



Herren


Keine zu engen Hemdkragen (darum wird oft der oberste Knopf offengelassen und mit der Krawatte zugezogen, was wirklich hässlich und ungepflegt wirkt).

Keine dicken Krawattenknoten (das sieht protzig aus und die Krawatte wird zu kurz). Der beste Knoten ist der einfache, der etwas asymetrische und längliche.

Keine „dekorativen“ Krawatten (weder Marienkäferchen, Oldtimer, noch andere dekorative Designs auf Krawatten!). Diese lenken nur unnötig vom Antlitz ab.
Anzüge sind das beste Outfit. Die optimalen Farben sind Anthrazit und Dunkelblau. Tipp: Nicht zu lange Hosen (sieht unprofessionell aus). Beim Stehen - eine Falte auf den Schuhen ist korrekt.

Achtung: Die meisten Herren tragen Vestons mit zu langen Ärmeln. Die Hemdmanschette sollte bei hängenden Armen immer circa 10 mm sichtbar bleiben.

Nie kurze Wadensocken - immer Kniesocken, am besten in schwarzer Farbe und aus Naturgarnen gefertigt damit die Hose nicht kleben bleibt. Nackte Herrenbeine dürfen beim Sitzen nicht unter den Hosen hervorgucken! Haarige, ungebräunte Männerbeine sind nicht gerade ein schöner Blick-fang. Kniesocken verhindern überdies auch das lästige nach unten Rutschen der Socken - Sie werden es positiv erleben!

Nie mehr als einen Veston-Schliessknopf schliessen – mit zwei oder gar drei geschlossenen Schliessknöpfen sieht der Mann „zugeknöpft“ aus. Beim Sitzen sind die Knöpfe offen. Alle anderen „professionell gemeinten“ Tipps von Kleiderverkäufern und anderen „Fachleuten“ die meinen es besser zu wissen, sind "an den Haaren herbeigezogen" und einfach falsch. Auch die meisten Dekorateure stellen übrigens die Anzüge falsch aus. Nur bei einem geschlossenen Vestonknopf bleibt eine gewisse Beweglichkeit des Stoffes erhalten. Bei zwei oder gar drei geschlossenen Knöpfen zieht bei der kleinsten Bewegung (Gestik) des Trägers sogar der bestgeschneiderte Brioni- oder Kiton-Veston.

Vorsicht bei farbigen Hemden - weisse oder hellblaue sind die Besten. Die Kombination mit Krawatten und Anzügen ist damit auch einfacher. Bei Hemden mit feinen Streifen sind nur uni-farbene Krawatten möglich. Und nicht alle Herren haben leider einen guten Farbensinn. Also - je einfacher desto besser.

Keine Gesichtshaare – der Mann von Welt, der in der Öffentlichkeit steht oder sich an der Business-Front bewegt, unterzieht sich täglich einer gründlichen Rasur und trägt keine Gesichtshaare. Also Vorsicht mit Bärten aller Art, Herr Michael Reiterer, EU-Botschafter! Ich empfehle Verzicht auf solche affektierten, ja sogar lächerlich wirkenden Attribute und Selbstdar-stellungen, Herr Dr. Dieter Zetsche, Chef von Daimler AG. Auch keine „modernen“ modischen Mehrtagebärte, Herr Fulvio Pelli, Schweizer Nationalrat und FDP-Parteipräsident! Männer sehen damit nicht männlicher, abenteuerlicher oder kühner aus - nur ungepflegter - etwa wie verkleidete Obdachlose ...

Keine auffälligen Frisuren – also beispielsweise keine modisch künstlich mit Gelee aufgestellten, möglichst unordentlich zerzausten Haare. Viele Herren kopieren das von anderen - und wirken damit genaugleich inkompetent. Solche Modegags sind nicht funktional und weisen auf uneigenständiges Denken hin! Keine langen Nackenhaare – auch bei Männern die vorne keine Haare mehr besitzen. Mut zur natürlich entstandenen Glatze hat übrigens "Klasse". Die wenigen Haare lang wachsen zu lassen und über die kahlen Stellen zu kämmen ist "durchschaubar" und nicht zu empfehlen.

Keine sichtbaren Tattoos oder Piercings. Auch keine Ohrringe.

Keine Turnschuhe und andere moderne Sportschuhe. Es sind nur rahmengenähte Lederschuhe in klassischer Art tolerierbar. Die beste Farbe ist immer Schwarz.


©H.P. Bühler PR & Consulting CH-8187 Weiach/Juli09 http://www.mediabuehler.ch/5579/index.html

Damit wäre Obama nie Präsident der USA geworden

Es ist hier nicht die Rede von Sennen auf der Alp mit Vollbärten, von Künstlern, Schriftstellern und Autoren oder alternativen Aussteigern mit artgerechten Gesichtzierden usw., auch nicht von Männern die einfach zu bequem sind sich zu pflegen - solange diese nicht in Berufen stehen die relevante Kontakte mit Kunden ihrer Arbeitgeber bedingen, denn grundsätzlich besteht in der heutigen westlich ausgerichteten Welt das ungeschriebene Gesetz, der Code, dass Männer die in der Öffentlichkeit stehen oder einen optimalen Businessauftritt anstreben, glatt und sauber rasiert sind.

Der Mann der einen Bart, Backen- oder Oberlippenbart trägt, tut das ja bewusst; er möchte damit etwas darstellen, übertönen oder kaschieren. Vor allem bei jungen Bartträgern ist das auffällig; sie möchten reifer, abenteuerlicher, kühner aussehen - sind aber damit nur schlechte, lächerliche Kopien. Der Effekt bei reiferen Männern ist, dass sie damit lediglich älter aussehen. Das gilt übrigens auch für „modische“ Mehrtägebärte, die nicht zu einem Mann mit einem korrekten Auftritt passen - sie wirken damit nur ungepflegt und unhygienisch. Kürzlich sah ich in einer einschlägigen Schweizer People-Postille anlässlich eines Servelatprominenzanlasses einen Mann der sich mit seinem Dreitagebart in seinem sicher teuren Abendanzug neben seiner gepflegten Begleiterin wie ein verkleiderter Obdachloser präsentierte; sehr peinlicher Auftritt!

Wäre Obama so Präsident geworden? Wohl kaum ...

Gerade ein selbstbewusstes Auftreten verzichtet auf solche Selbstdarstellungen! Ausserdem tut sich damit ein Mann keinen guten Dienst. Eine grosse Mehrzahl der Leute lehnt Bärte ohnehin in allen Erscheinungsformen mehr oder weniger kategorisch ab, oder sie ziehen prinzipiell jemanden ohne Bart vor. Im Gegensatz dazu wünscht sich mit Sicherheit kaum jemand, dass ein Mann einen Bart trägt, wenn er keinen trägt ... Also weg mit diesem nutzlosen , ja oft verunstaltenden Attribut! Es besitzt keine „Klasse“! Und als Fazit: Wäre Barack Obama ein Bartträger, wäre er nie und nimmer Präsident der USA geworden - glauben Sie mir.

Hanspeter Bühler, Imageberater
www.mediabuehler.ch

Endstation Bundesrat

Jeder wird mir wohl zustimmen, wenn ich festhalte, dass Frau Widmer-Schlumpf der SVP schwer geschadet hat, den einen zur Freude. Daraus ergibt sich "Schadenfreude". Schadenfreude ist keine wirklich befriedigende Freude die aus dem reinem Herzen kommt - eher eine die auf negativen, sozial unhygienischen Beweggünden beruht. Welche Position man auch immer Christoph Blocher gegenüber hatte oder hat, feststeht, dass die vorgeschobenen Gründe für die unrühmliche Abwahl nicht die effektiven waren: Blocher, vom Fach her sicher ein brillianter Magistrat, hat sich in Bern einfach "üngebührlich" und zu dominant "aus dem Fenster gelehnt" (um diese Metapher zu verwenden). Die Fakten wie es zur - in dieser Form einmaligen, rein partei- und machtpolitisch motivierten, vordergründig "unstil-relevanten" - Abwahl Christoph Blocher's gekommen ist, sind mehr oder weniger in einem Dokumentarfilm festgehalten - erstaunlicherweise vom Schweizer Fernsehen. Frau Widmer-Schlumpf hat - gelinde gesagt - mit gezinkten Karten gespielt, hinterhältig mit dem politischen Gegner paktiert und zwar nur aus einem Grund: Sie wollte die Chance packen und in die Schuhe ihres Vaters treten. So gesehen ist Frau Widmer-Schlumpf ein "tüchtige" und zielorientierte Frau - leider aber nur wenn es sich um ihren ureigensten Selbstzweck betrifft, ihr persönliches Ziel zu erreichen.

Frau Widmer-Schlumpf wird sich wohl auch einreden, dass sie vom "Volk" estimiert wird. Für einen kleiner Teil, wie etwa die einfachen Gemüter, die eine "Schweizerin des Jahres-Soap" für bare Münze nehmen, und ein paar verschmähte, beleidigte Ex-SVPler mag das zutreffen. Wer aber etwas genauer "dahinter" zu sehen vermag, nimmt eine knallharte, eiskalte Karreristin wahr. Fachlich wird ihr teilweise Kompetenz zugestanden, wobei vor allem das rasche Reagieren auf die mögliche Insolvenz der UBS angeführt wird. Das ist aber leicht gewesen, denn wer mit dem Volksvermögen auf solche leichtsinnige Art und Weise umgeht, etwa ohne die Grossbank vertraglich auf salär- und boni-relevante Bedingungen festzulegen, agiert kopflos und inkompetent. Wobei ich dem Rest des Bundesrates ebenso keine guten Noten geben kann, denn dieser ist ein Schönwetter-Gremium - einige davon - wie Frau Calmy-Rey - sogar Selbstdarsteller die der Schweiz mit ihren unnötigen proaktiven Vorstössen sogar schwer schaden. Es ist dumm und unverantwortlich sich schon im vorneherein "mea culpa" auf die Brust zu schlagen. Ich kann nur sagen "Denn Sie wissen nicht was sie tun!".

Unhygienische Politiker

Die Mitglieder der "Gruppe 13" gegen Ueli Maurer mit ihrem neuartigen "Frei-Maurer-tum" haben den Gipfel der Geschmacklosigkeit "erklommen"! Ich hoffe inbrünstig, der Stimmbürger ist in der Lage, diesen auf Neid und Missgunst generierten Aktivismus zu erkennen! Es ist traurig dass solche Politiker die Gründe bilden, die Politik generell mehr und mehr abrutschen zu lassen auf das Niveau eines Kindergartens mit gefährlich pubertierenden Halbstarken. Diese Leute scheinen nicht mehr in der Lage zu sein, ungeachtet der verschiedenen politischen Standpunkte, zu erkennen, dass die Herren Maurer und Blocher wegen ihrer politisch klar definierten Programmatik und den damit erzielten Erfolgen von ihren Antagonisten die meisten Prügel einstecken mussten und müssen. Ich finde, dass die beiden Politiker diese unangenehmen und lästigen Nebenerscheinungen immer mit Contenance ertragen - ein guter Stil für solche denen immer das Gegenteil unterschoben wird.

Hanspeter Bühler

Der korrekte "öffentliche Auftritt" ist out?

Der korrekte "öffentliche Auftritt" ist out?

Weiach. - Ich wundere mich, welchen Stellenwert die Kleider(un)sitten erfahren - mehr und mehr auch bei Personen der Öffentlichkeit, bei Politikern, in Grossunternehmen, bei TV-Moderatoren, ja sogar bei Banken und Versicherungen! Welche Gründe bringen beispielsweise Grossbanken oder Politiker dazu, die (Kleider)Kultur zu lockern? Was kommt danach? Werden Rücksicht und Respekt gegenüber unserer Gesellschaft immer weiter zurückgedrängt? Ist die Unternehmenskultur schon so weit, dass sich die Grenzen zwischen Freizeit und Business verwischen? Kehrt diesbezüglich in unserer Selbstdisziplin ein allgemeiner Nihilismus ein?


Äusserlichkeiten sind Nebensächlichkeiten - meinen viele. Das ist absolut inkorrekt, denn ein professioneller und korrekter Auftritt bildet zusammen mit einem wertvollen Inneren eine unschlagbare Verbindung. Die Regeln für ein noch besseres Image von Personen und damit auch der Institutionen zu denen sie sich zählen dürfen wären eigentlich klar und einfach.

Viele Leute von heute wollen Individualisten sein, möchten tun was sie wollen, stellen neue Regeln auf - und tun doch dasselbe wie alle anderen auch: „Aber ja doch“, werden viele wohl jetzt intervenieren, „ein Mann mit Dreitagebart, der einen Ohrenring trägt, seine Kopfhaare mit Gelee senkrecht vom Kopf weg frisiert, der hat doch Mut, der hebt sich ab.“

Oder die vielen "öffentlichen Herren" in ihren zwar vielfach guten Anzügen die sie jedoch als modischen falsch gewählten "Gag" mit offenem Hemdkragen ohne Krawatten tragen, glauben sich "up to date". Der traditionelle Anzug ist der Inbegriff der korrekten Kleidung (tenue correcte): „The polite dress“. Unspektakulär in der vordergründigen Erscheinung beeindruckt er umsomehr durch ausgesuchte Qualität in Material, Verarbeitung und Schnitt. Im Gegensatz zu einer sportlich-eleganten Variante Veston/Hose bedingt der Anzug während des "öffentlichen Auftrittes" immer eine Krawatte, will sich der Träger nicht wie ein Handelsvertreter nach erledigtem Tageswerk auf der Rückfahrt nach Hause präsentieren. Vor allem TV-Moderatoren haben diese Unsitte mit der ungültigen Entschuldigung auf "ein Anpassen" an eine entsprechende Sendung eingeführt. Das ist unprofessionell und nicht korrekt.

Auch die unzähligen „individuellen“ jüngen Damen mit ihren Piercings, ihrer je nach Figur mehr oder weniger schön tiefsitzenden Jeans etc., die sind doch „cool“ und "heiss". Oder "Ladys" die glauben, ihr Outfit aufpolieren zu können, indem sie ihre Chemiseblusenkragen "kühn und rassig" über die Revers der Jacken stülpen, erreichen nur, dass ihr Outfit unfunktional wird. Oder man versuche selber einmal kurz die Jacke aus- und wieder anzuziehen - funktional? eher nicht! Zudem lenken diese oft spektakulär über dem Hals sitzenden Kragen vom Antlitz der Trägerin ab.

Die Massen von „Individualisten“ die diesselben und viele andere ähnliche Gags einsetzen, beweisen damit keine Zeichen von Individualität, und mit Identität und „Klasse“ haben sie ganz sicher nichts zu tun. Im krampfhaften Bestreben, individuell zu wirken, greifen viele Damen und Herren zu Ausgefallenem, aber weil die meisten ebenfalls dasselbe tun erscheinen alle trotzdem gewöhnlich und mittelmässig. Dabei kann jede Person die „Klasse“ haben möchte auf kristallklare Regeln zurückgreifen.

Es ist verständlich, dass gerade auch Leute die hoch auf der Karriereleiter stehen meinen, alles bereits besser zu wissen. Dass schliesslich niemand alles wissen kann bedenken sie nicht. Aber niemandem fällt schliesslich ein Zacken aus der Krone, wenn er sich korrekt informieren lässt. Nachher zu tun was man tun möchte ist dann wieder ein andere Sache.

Die Lösung beim "öffentlichen Auftritt" oder "Businessauftritt" ist seine Identität und seine Authentizität zu finden und zu leben, nicht zu übertreiben, nichts Ausgefallenes einzusetzen, nicht auffallen, sondern gefallen und zu unterlassen was die Eigenständigkeit stört. Das hat „Klasse“! Authentizität – das ist die Bezeichnung für Glaubwürdigkeit, Echtheit, Funktionalität, Zuverlässigkeit, Stimmigkeit. Bei authentischen Personen wirkt die gesamte Erscheinung authentisch, wenn rationale und emotionale, verbale und nonverbale, sichtbare und nicht sichtbare Signale und Informationen übereinstimmen. Und „Klasse haben“ hat wenig mit Modetrends zu tun – im Gegenteil, denn Mode und Modetorheiten liegen nahe beieinander.

Hanspeter Bühler
Imageberater


(Abdruck mit Quellenhinweis kostenlos)

© H.P. BÜHLER PUBLIC RELATIONS & CONSULTING CH-8187 WEIACH/Nov08
www.mediabuehler.ch
H.P Bühler, Imageberater

Kriegsrecht als letzte Konsequenz

Dass der Staat sich unter der Prämisse Notrecht (auch Kriegsrecht) in privatwirtschaftliche Angelegenheiten einschalten darf, sollte wirklich die absolut letztmögliche Konsequenz sein. Offenbar wurde für den Bundesrat das nach dem Hilfeschrei der UBS so gesehen. Allerdings stehe ich generell allen Politikern mit grossem Misstrauen gegenüber, denn ich traue ihnen nicht - weder ihren ehrlichen Motiven, ihrer sozialen Kompetenz, ihren Fähigkeiten noch ihren ethischen Motiven die sie zur Politik und in der Folge an ihre Positionen gebracht haben. Die allermeisten sind Selbstdarsteller, Komplexhaufen mit Machtgelüsten, denen man nur soviel überlassen sollte wie absolut notwendig!

Das Notpaket zur Rettung der UBS wurde dilettantisch geschnürt - ohne konkret formulierte, unumstössliche Auflagen was die inskünftigen Risikofinanztransaktionen sowie das aus dem Ruder gelaufene Entlöhnungsystem inkl. Bonizahlungen betrifft. Zudem darf ein Rettungspaket in der Summe von immerhin 54 Milliarden US Dollar das ja bei der US-Amerikanischen Notenbank "gepumpt" werden muss, sicher nicht mit einem Finanzplatz wie den Cayman Islands getätigt werden, der klar für verbrecherische Geldwäschereiaktivitäten bekannt ist.

Diejenigen opportunistischen Politiker wie Gutzwiller, Bührer usw. die das Rettungspaket durch den Klee loben, haben nichts begriffen, denn offenbar schauen wir einem Schrecken ohne Ende entgegen, denn im Gegensatz zu diesen Schönrednern, die meinen, dass die "faulen" Papiere langfristig noch irgendeinen Wert haben werden, ja sogar noch eine Rendite abwerfen würden, haben immer noch nicht begriffen, dass die Finanzluftblase vor dem Platzen unvorstellbare 500 Tausend Milliarden war! Man muss wohl kein Wahrsager sein um festzustellen, dass wir bis zu deren Konsolidierung noch bittere Zeiten erleben werden.

Triebfeder Nummer Eins der Menschen ist die Gier

Die Politiker scheinen wieder zu wissen oder glauben zu wissen, was gut ist für unsere Finanzmärkte, man greift mit Billionen von Steuergeldern ein. Dabei ist es absolut unmöglich die Fehler der letzten 30 Jahre in so kurzer Zeit mit ein wenig Kosmetik in Form von Staatsgarantien zu korrigieren. Bis die Kurse nicht wieder eine reale Ebene gefunden haben, wird die Börse ein unsicheres Instrument bilden.

Das Problem liegt im an und für sich schwachen Charakter des Menschen, der zwar vieles weiss, aber trotzdem nicht tut! Aus der Geschichte scheint der Mensch nicht zu lernen - ein Dilemma! Wenn einer gewinnt muss zwangsläufig ein anderer verlieren - nicht alle können gewinnen und es gibt immer Verlierer!

Ganz sicher ist eine der grössten Triebfedern der Menschen die Gier, Gier nach Macht, nach Ansehen, nach Reichtum. Petrarca hat bereits im 14 Jh. festgestellt:

"Mille piacer’ non vaglion un tormento!" (Tausend Wonnen sind eine (einzige) Qual nicht wert!) In dieser Aussage liegt unendlich viel Zündstoff!

Unkomplizierte, ehrliche Werte

Leonardo da Vinci sagte einmal sinngemäss:

"In der Einfachheit liegt die grösste Perfektion des Menschen!"

Er meinte damit nicht "einfach" wie wir das heute metaphorisch als "einfach im Geiste" verstehen sondern er sah darin Unkompliziertheit, Naturnähe, Übersichtlichkeit und Ehrlichkeit.

All dies scheint heute keine grosse Bedeutung mehr zu haben - vor allem nicht in der Politik und schon gar nicht im Finanzwesen der Welt. Fast alles was diese Leute heute sagen kommt schon morgen anders. Entschuldigungen sind jeweils rasch zur Hand. Man kann kaum irgendjemandem glauben was er sagt.

Die Verantwortlichen der Finanzinstitute komplizierten die Vorgänge bis auf ein Niveau das von niemandem mehr zu übersehen war - nicht einmal von ihnen selber! Man produzierte in kaum erklärbarem Masse eine Finanzluftblase von unvorstellbaren geschätzten 500 Tausend Milliarden oder 500 Billionen US Dollar. Und die Politik rennt mit panischen Rettungsversuchen dagegen an - ohne vom Ganzen wesentliches zu begreifen!

Das Bedenklichste aber ist die Uneinsichtigkeit dieser Leute in Bezug auf die Zukunft, denn an all diesen nachhaltigen Einschnitten in die "Einfachheit" wie sie Leonardo verstand, werden unsere Nachkommen noch lange zu beissen haben. Das Dilemma der Menschen war seit jeher die Missachtung der Geschichte, deren schlechte Lernfähigkeit und die Uneinsichtigkeit gegenüber den Erfahrungen der Vergangenheit.

Wenn die aktuelle Finanzkrise die Menschen anregen sollte, sich wieder mehr auf "einfache" Werte zurückzubesinnen, hätte diese wenigstens etwas Gutes.
Selbstbildnis Leonardos

Eine Luftblase mit 500 Billionen!

Leserbrief von Hanspeter Bühler-Racle erschienen im TagesAnzeiger von 14. Oktober 2008

“1980 betrug die Welt-Geldmenge 12 Billionen US-Dollar. Das Weltinlandprodukt, also die real erar­beitete Wirtschaft der gesamten Welt eines Jahres, war identisch mit der Geld­menge. Heute haben wir eine Geld­menge von 150 Billionen US-Dollar. Dem entgegen steht lediglich ein Weltinland­produkt von 54 Billionen US-Dollar. Schon das allein ist ein gefährliches Missverhältnis, das Bankfachleuten und kompe­tenten Finanzpolitikern längst hätte auf­fallen müssen.

Das eigentliche Übel aber ist die gigantische Blase der imaginären, irrealen, also kursabhängigen Werte (Zer­tifikate, Derivate etc.), die mit 500 Bil­lionen Dollar zu Buche stehen. Nun rennen die Politiker aller Länder wie aufgeschreckte Hühner durcheinan­der und überbieten sich gegenseitig mit Rettungsvorschlägen für Finanzinstitute, die während der letzten 25 Jahre die Bör­senkurse durch leichtfertige Akquisitio­nen in schwindelerregende und absolut ir­reale Höhen getrieben haben. Aber alle Rettungsmassnahmen sind nichts anderes als ein Tropfen auf den heissen Stein. Man wirft schlechtem Geld auch noch gutes Geld nach, das heisst dasjenige der «öf­fentlichen Hand».

Diese Staatsinterventio­nen auf Kosten der Steuerzahler lassen ein sehr einseitiges Bild entstehen: Börsenge­winne flossen jahrzehntelang entspre­chend der deregulierten freien Marktwirt­schaft den Spekulanten zu, und die Billio­nenverluste werden nun sozialisiert. Hier frage ich mich wirklich «Qui bono?» – wem nützen die Hilfsmassnahmen?

Bevor sich die Kurse nicht wieder auf einer annä­hernd realen Ebene eingependelt haben, würde man besser umgehend und resolut an die Wurzeln des Übels herangehen, als nutzlos Symptome zu bekämpfen.

Besonders delikat ist der Umstand, dass keine arabische Finanz-Supermacht sich zurzeit in Refinanzierungen der teilweise mehr als maroden Finanzinstitute einlässt. Die arabische Öllobby wartet ab, bis die Kurse auf einem Tiefststand angekommen sind, dann wird sie übernehmen”.

Triebfeder der Menschen ist die Gier

Die Politiker scheinen wieder zu wissen oder glauben zu wissen, was gut ist für unsere Finanzmärkte, man greift mit Billionen von Steuergeldern ein. Dabei ist es absolut unmöglich die Fehler der letzten 30 Jahre in so kurzer Zeit mit ein wenig Kosmetik in Form von Staatsgarantien zu korrigieren. Bis die Kurse nicht wieder eine reale Ebene gefunden haben, wird die Börse ein unsicheres Instrument bilden.

Das Problem liegt im an und für sich schwachen Charakter des Menschen, der zwar vieles weiss, aber trotzdem nicht tut! Aus der Geschichte scheint der Mensch nicht zu lernen - ein Dilemma! Wenn einer gewinnt muss zwangsläufig ein anderer verlieren - nicht alle können gewinnen und es gibt immer Verlierer!

Ganz sicher ist eine der grössten Triebfedern der Menschen die Gier, Gier nach Macht, nach Ansehen, nach Reichtum. Petrarca hat bereits im 14 Jh. festgestellt:

"Mille piacer’ non vaglion un tormento!" (Tausend Wonnen sind eine (einzige) Qual nicht wert!) In dieser Aussage liegt unendlich viel Zündstoff!
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